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LEY 6/2025 – Die neue Grundordnung der touristischen Wohnnutzung auf den Kanaren

  • Autorenbild: Oliver Schlolaut
    Oliver Schlolaut
  • vor 3 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Warum Ley 6/2025 der Urknall ist


Die Ley 6/2025 ist kein gewöhnliches Gesetz. Sie ist der Urknall, der die gesamte Rechtsordnung rund um touristische Wohnnutzung auf den Kanaren neu definiert. Mit ihr wird die Vivienda Vacacional (VV) nicht länger als freie Nutzung behandelt, sondern als Sondernutzung, die nur noch dort zulässig ist, wo der kommunale Plan sie ausdrücklich vorsieht.


Damit verschiebt sich die Machtbalance:

  • weg von pauschalen Inselregelungen,

  • hin zu präzisen kommunalen Entscheidungen.


Die Ley 6/2025 ist das Gesetz, das alle anderen Normen erst funktionsfähig macht. Sie ist die Grundlage, auf der die Ley del Suelo und die Ley de Municipios Turísticos überhaupt erst ihre Wirkung entfalten können.


Oder anders gesagt:

Die Ley del Suelo ist das Gerüst, die Ley 6/2025 ist die Motorik.


Grafik zur Ley 6/2025 – Die neue Grundordnung der touristischen Wohnnutzung auf den Kanaren. Dunkelblauer Hintergrund mit goldener Typografie, zentraler Schriftzug „LEY 6/2025“, Untertitel zur neuen Rechtsordnung und URL‑Hinweis auf den vollständigen Artikel bei AMV International Realty SL Fuerteventura.
Grafik zur Ley 6/2025 – Die neue Grundordnung der touristischen Wohnnutzung auf den Kanaren. Dunkelblauer Hintergrund mit goldener Typografie, zentraler Schriftzug „LEY 6/2025“, Untertitel zur neuen Rechtsordnung und URL‑Hinweis auf den vollständigen Artikel bei AMV International Realty SL Fuerteventura.

Gesetzlicher Rahmen und Zeitlinie


Die Ley 6/2025 wurde am 12. November 2025 verabschiedet und am 12. Dezember 2025 im Boletín Oficial de Canarias (BOC) veröffentlicht. Seit dem 13. Dezember 2025 ist sie in Kraft.


Mit diesem Datum begann ein faktisches Moratorium für neue VV‑Lizenzen in den meisten Gemeinden. Der Grund:

Die Gemeinden müssen ihre Bebauungspläne (Planeamiento Urbanístico) anpassen, bevor neue Lizenzen vergeben werden dürfen.


Die wichtigsten Fristen:

  • 6‑Monats‑Frist für Inspektions‑ und Kontrollpläne

  • Übergangsfristen für technische Nachrüstungen

  • öffentliche Anhörungsverfahren für neue VV‑Zonen


Bis heute hat keine Gemeinde der Kanaren den vollständigen Prozess abgeschlossen. Alle Aussagen über „bekannte Zonen“ sind daher Spekulation.


Was Ley 6/2025 konkret regelt


Die Ley 6/2025 definiert die touristische Vermietung neu – präzise, restriktiv und mit klaren technischen Anforderungen.


Die wichtigsten Punkte:


1. VV ist eine Sondernutzung  

VV ist nur dort erlaubt, wo der kommunale Plan sie ausdrücklich vorsieht.

Keine Zone = keine Lizenz.


2. 90/10‑Regel  

Mindestens 90 % der Wohnbaufläche müssen für reguläre Wohnnutzung reserviert bleiben.

Nur die restlichen 10 % dürfen touristische Zonen enthalten.


3. Quoten und Obergrenzen  

Gemeinden dürfen VV begrenzen oder komplett ausschließen.


4. 10‑Jahres‑Sperre für Neubauten  

Neubauten und umfassend sanierte Gebäude dürfen 10 Jahre keine VV‑Lizenz erhalten. Ausnahmen: bestimmte kleinere Inseln (5 Jahre).


5. Technische Mindestanforderungen  

Bestehende Lizenzen müssen Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit nachweisen.


6. Erneuerungszyklen  

VV‑Lizenzen sind nicht mehr automatisch unbefristet.

Fehlen technische Nachweise → Lizenzverlust.


7. Eigentümergemeinschaften  

Mit 3/5‑Mehrheit können VV verboten oder höhere Umlagen beschlossen werden.


8. Digitale Registrierung (Ventanilla Única)  

Seit 1. Juli 2025 werden Registrierungsnummern, Kataster, Grundbuch und Steuerdaten automatisch abgeglichen.

Illegale Vermietung wird praktisch unmöglich.


Ley del Suelo und Ley de Municipios Turísticos im Systemzusammenhang


Die Ley del Suelo definiert die baurechtlichen Kategorien, Nutzungsarten und städtebaulichen Grundlagen.

Sie ist das Gerüst.


Die Ley de Municipios Turísticos regelt die Kompetenzen touristischer Gemeinden.

Sie ist die Landkarte.


Aber erst die Ley 6/2025 gibt beiden Gesetzen ihre Motorik:

  • Sie definiert, was touristische Nutzung ist.

  • Sie legt fest, wann sie erlaubt ist.

  • Sie bestimmt, wie sie begrenzt wird.

  • Sie überträgt die operative Macht an die Gemeinden.


Ohne Ley 6/2025 wären die anderen Gesetze zahnlos.

Mit ihr entsteht ein kohärentes System, das erstmals echte Steuerung ermöglicht.


Die 10‑Jahres‑Sperre für Neubauten – der Wendepunkt


Die 10‑Jahres‑Sperre ist eine der einschneidendsten Regelungen.


Sie bedeutet:

  • Neubauten dürfen 10 Jahre keine VV‑Lizenz erhalten.

  • Umfassend sanierte Gebäude fallen ebenfalls darunter.

  • Die einzige sofort legale Nutzung ist LAU (Langzeitvermietung).


Diese Regel verändert den Markt:

  • Entwickler müssen LAU‑taugliche Konzepte planen.

  • Investoren müssen Rendite neu berechnen.

  • Ferienvermietung ist nicht mehr die „Standardoption“.


Auf den „grünen Inseln“ gelten verkürzte Fristen (5 Jahre), aber die Grundrichtung bleibt klar:

Neubau = Wohnraum, nicht Tourismus.


VV versus LAU – zwei unterschiedliche Rechtswelten


Die Ley 6/2025 schafft ein Zwei‑Welten‑System:


VV (Vivienda Vacacional)

  • Sondernutzung

  • zoniert

  • quotiert

  • technische Mindeststandards

  • Genehmigungsverfahren

  • Erneuerungszyklen

  • Risiko bei Nichterfüllung


LAU (Langzeitvermietung)

  • klassische Wohnnutzung

  • rechtlich stabil

  • nicht zoniert

  • nicht quotiert

  • sofort erlaubt

  • planbare Einnahmen

  • geringere Fluktuation


Für Eigentümer bedeutet das:

LAU ist die stabile Bank.  

VV ist die regulierte Ausnahme.


Technische Nachrüstpflichten und Übergangsregeln


Bestehende VV‑Lizenzen genießen Bestandsschutz – aber nur unter Bedingungen.


Die wichtigsten technischen Anforderungen:


Energieeffizienz (CEE/EEE)

  • Baujahr nach 2008 → mindestens Klasse D

  • Baujahr vor 2008 → mindestens Klasse F


Erneuerbare Energien

  • Mindestanteil für Warmwasser

  • bis zu 90 % bei neueren Gebäuden


Barrierefreiheit

  • abhängig von Belegungsgröße

  • teilweise verpflichtend


Wer diese Anforderungen nicht erfüllt, verliert den konsolidierten Status und fällt unter das neue, strengere Regime.


Das macht die CEE‑Pflicht zu einem zentralen Faktor bei:

  • Verkauf

  • Finanzierung

  • Lizenzanträgen

  • Due Diligence


Eigentümergemeinschaften: neue Macht durch 3/5‑Mehrheit


Die Ley 6/2025 stärkt die Eigentümergemeinschaften erheblich.


Mit 3/5‑Mehrheit können sie:

  • VV komplett verbieten

  • oder 20 % höhere Umlagen verlangen


Das verändert die interne Dynamik vieler Wohnanlagen.

Für Käufer wird die Beschlusslage der Gemeinschaft zu einem entscheidenden Faktor.


VV‑Lizenzverfahren auf Fuerteventura: Status und Mythen


Der Markt ist voller Fehlinformationen.

Viele „Experten“ behaupten, die neuen Zonen zu kennen.

Das ist unseriös.


Der Grund:

Keine Gemeinde hat den vollständigen Prozess abgeschlossen.

Alle Zonen müssen ein öffentliches Anhörungsverfahren durchlaufen.

Bis dahin ist jede Aussage reine Spekulation.


Praktische Konsequenzen für Eigentümer und Investoren


Die Ley 6/2025 zwingt Eigentümer und Investoren zu einer neuen Denkweise.


Kurzfristig (0–3 Monate)

  • Zonierungsstatus prüfen

  • Lizenzstatus prüfen

  • Energieausweis aktualisieren

  • technische Anforderungen dokumentieren


Mittelfristig (3–12 Monate)

  • Nachrüstungen planen

  • LAU‑Strategien entwickeln

  • Eigentümergemeinschaft informieren

  • Mietverträge anpassen


Langfristig (12+ Monate)

  • Neubauprojekte LAU‑orientiert konzipieren

  • Portfolio strategisch anpassen

  • rechtliche Begleitung bei Lizenzanträgen


AMV‑Services

  • Zonierungsanalyse

  • rechtssichere Nutzungsbewertung

  • technische Due Diligence

  • Verwaltung

  • strategische Positionierung


Konkrete Checkliste


1. Zonierung prüfen  

Keine Aussagen ohne offizielle Bekanntmachung akzeptieren.


2. Lizenzstatus prüfen  

Bestandsschutz, Übergangsfristen, technische Anforderungen.


3. Energieausweis aktualisieren  

CEE/EEE ist entscheidend für Verkauf und Lizenz.


4. LAU‑Optionen bewerten  

12+ Monate, mittelfristig, Firmenmiete.


5. Eigentümergemeinschaft prüfen  

Beschlusslage, Mehrheiten, mögliche Verbote.


6. AMV‑Analyse nutzen  

Zonierung, Technik, Wirtschaftlichkeit, Verwaltung.


Fazit – Ley 6/2025 als Fundament


Die Ley 6/2025 ist das neue Fundament der touristischen Wohnnutzung auf den Kanaren.

Sie verändert:


  • Bewertungsmaßstäbe

  • Investitionsentscheidungen

  • technische Anforderungen

  • operative Verwaltung

  • strategische Planung


VV wird komplexer, teurer und stärker reguliert.

LAU wird stabiler, planbarer und rechtlich klarer.


Wer heute kauft, vermietet oder investiert, braucht verlässliche Informationen und eine klare Strategie.

Die Ley 6/2025 ist der Schlüssel dazu.


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