Strategische Optionen 2026 für Bestandsimmobilien auf Fuerteventura
- Oliver Schlolaut

- 16. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Behalten, sanieren, umnutzen oder verkaufen?
Fuerteventura steht 2026 an einem Wendepunkt.
Das Ley 6/2025 ist seit dem 13. Dezember 2025 in Kraft – und viele Eigentümer realisieren erst jetzt, dass die alte Sicherheit vorbei ist. Die kommenden Monate entscheiden darüber, ob eine Bestandsimmobilie an Wert gewinnt, stabil bleibt oder in den nächsten Jahren massiv verliert.

Dieser Leitfaden zeigt die vier realistischen Optionen für Eigentümer von Bestandsimmobilien auf Fuerteventura – und was sie 2026 strategisch bedeuten.
1. Behalten – aber nur mit Konsolidierungs‑Check
Warum Bestandsschutz 2026 kein Selbstläufer mehr ist
Viele Eigentümer mit bestehender VV‑Lizenz fühlen sich sicher. Doch das neue Gesetz macht den Begriff „Bestandsschutz“ tückisch.
Die 5‑Jahres‑Falle
Bestehende VV‑Lizenzen gelten nur als vorläufig konsolidiert. Innerhalb von fünf Jahren müssen Eigentümer nachweisen, dass ihre Immobilie die neuen technischen Mindeststandards erfüllt:
Mindestfläche: 35 m²
Energieeffizienz gemäß neuer Vorgaben
Belüftung und technische Anforderungen
Inscripción de Oficio
Wer die „Erklärung zur technischen Anpassung“ nicht fristgerecht abgibt, riskiert die automatische Löschung der Lizenz durch die Behörde.
WEG‑Risiko: 3/5‑Mehrheit reicht
Seit April 2025 kann eine Eigentümergemeinschaft mit 60 % Mehrheit touristische Nutzung verbieten.
Ley 6/2025 stärkt diese Position zusätzlich.
Fazit:
Behalten ist möglich – aber nur, wenn die Immobilie technisch, rechtlich und gemeinschaftlich abgesichert ist.
2. Sanieren – der Weg zum Green Premium
Warum Energieeffizienz jetzt über Wert und Lizenz entscheidet
Das Ley 6/2025 und die EU‑Richtlinie EPBD greifen 2026 ineinander. Für viele Bestandsimmobilien bedeutet das: Ohne Sanierung keine Zukunft.
Technischer Zwang statt freiwilliger Modernisierung
Für die dauerhafte Konsolidierung einer VV‑Lizenz gelten Mindest‑Energieklassen:
D für Neubau‑Standards
F als Mindestwert für Altbau
Banken ziehen nach
CaixaBank, BBVA und andere Institute verlangen bei Refinanzierungen zunehmend Energieausweise der Klasse E oder besser. Klasse G‑Objekte verlieren bereits heute Beleihungswert.
Strategischer Effekt
Sanierung ist 2026 kein „Nice to have“, sondern:
Werterhalt
Voraussetzung für VV‑Lizenz
Voraussetzung für Finanzierung
Voraussetzung für Verkauf zum Marktpreis
3. Umnutzen – LAU und Mid‑Term als Rettungsanker
Die Option für Objekte in künftigen Wohnzonen (90 % Wohnanteil)
Viele Zonen werden ab 2026 faktisch VV‑frei. Für diese Objekte ist die Umnutzung oft die beste – oder einzige – Zukunftsstrategie.
Langzeitvermietung (LAU)
Das spanische Wohnraumgesetz (Ley 12/2023) bietet starke steuerliche Anreize:
bis zu 90 % Steuerermäßigung auf Nettoeinnahmen
besonders relevant in „zonas tensionadas“
Medium‑Term‑Rentals (1–6 Monate)
Ideal für:
digitale Nomaden
Remote‑Worker
Pendler
saisonale Fachkräfte
Diese Nutzung fällt nicht unter Ley 6/2025, sondern unter das LAU‑Mietrecht – und ist damit eine stabile Alternative für Objekte ohne VV‑Perspektive.
4. Verkaufen – der strategische Exit 2026
Warum das Zeitfenster kleiner wird, als viele glauben
Für manche Eigentümer ist 2026 der beste Zeitpunkt, um geordnet auszusteigen.
Marktbereinigung steht bevor
Noch gibt es Käufer, die die Tragweite des Ley 6/2025 unterschätzen. Sobald die Gemeinden ab Juni 2026 ihre Kontrollpläne veröffentlichen, werden „rote Zonen“ (VV‑Verbot) klar erkennbar – und die Preise dort sinken.
NRA‑Kontrolle seit Juli 2025
Alle Portale (Airbnb etc.) prüfen streng die Registrierungsnummer. Wer „schwarz“ vermietet oder eine wackelige Lizenz hat, verliert Sichtbarkeit.
Heredero‑Regel: Der stille Preiskiller
Bei Eigentümerwechseln (außer Erbschaft/Schenkung an nahe Angehörige) ist oft eine Neuanmeldung der Lizenz nötig – und diese unterliegt den aktuellen Sperren. Viele Investoren wissen das noch nicht.
Wasserverbrauch als Kontrollinstrument
Einige Gemeinden prüfen, ob Wasserverbrauchsmuster auf illegale VV‑Nutzung hinweisen. Ley 6/2025 erlaubt den Datenaustausch mit Versorgern.
Residencial‑Mixto‑Falle
Viele Objekte stehen optisch „touristisch“, sind aber im Grundbuch als Residencial eingestuft. Dann gilt automatisch die 90 %-Wohnregel – unabhängig von Hotels in der Nachbarschaft.
Fazit: Abwarten ist die schlechteste Option
2026 ist für Eigentümer von Bestandsimmobilien auf Fuerteventura kein Jahr für Passivität.
Nicht‑Handeln führt zu:
Wertverlust (Energieklasse G)
Risiko des Lizenzverlusts
Einschränkungen durch WEG‑Beschlüsse
sinkender Nachfrage in roten Zonen
steigenden Sanierungskosten
regulatorischen Nachteilen
Die Immobilie verschlechtert sich nicht durch das Gesetz – sondern durch Untätigkeit.
Wer 2026 eine Bestandsimmobilie besitzt, braucht eine klare Entscheidung:
Behalten, sanieren, umnutzen oder verkaufen.
Alles andere ist ein Risiko, das sich in den kommenden Jahren mathematisch verschärft.

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